Meine Gedanken zum Model 3 von Tesla

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Letzte Woche am Freitag den 21.12.2018 habe ich die E-Mail von Tesla bekommen, dass meine Vorbestellung vom 17. Januar 2018 jetzt in eine “richtige” Bestellung umgewandelt werden kann.

Meine Konfiguration

Was für eine Freude für mich. Ich habe mich für folgende Konfiguration entschlossen:

  • Langstreckenversion mit Allradantrieb: 48.555 €
  • Pearl-White-Lackierung: 1.765 €
  • Verbesserte Autopilot-Funktionalität: 4.370 €

Hinzu bzw. davon weg kommen noch:

  • Bearbeitungsgebühren: 824 €
  • Umweltbonus: -2.000 €

So dass sich folgender Preis ergibt:

  • Preis ohne MwSt.: 53.514 €
  • MwSt. (19%): 10.166 €
  • Preis inkl. MwSt.: 63.680 €

Das mit Abstand teuerste Auto, dass ich je gekauft habe, bzw. kaufen werde.

Und trotzdem gebe ich jeden Cent dafür gerne aus.

Meine persönliche Gründe für Tesla

Ich habe ja schon letztes Jahr einen kleinen UNU-Elektroroller gekauft, weil ich die Idee einer nachhaltigen (bzw. nachhaltigeren als bisher) Mobilität sehr zu schätzen weiß.

Gut für die lokale Umwelt

Aus meiner (politisch vermutlich links-liberalen) Sichtweise ist der ganze Autoverkehr und die Umweltbelastung eine furchtbare Entwicklung. Mit dem Model 3 sehe ich jetzt erstmals für mich auch die Chance, aktiv etwas dazu beizutragen, dass lokal in meinem Umfeld weniger Dreck und Gestank produziert wird.

Die ganzen Pessimisten, die von der Auto-Lobby indoktriniert behaupten, dass die TCO von der Produktion über die Lebenszeit bis hin zur Entsorgung eines Elektroautos viel schlechter als bei Verbrennermotoren ist, kann ich nicht ernst nehmen. Auch wenn Elektromobilität eventuell nicht der Weisheit letzter Schluss ist, finde ich, dass es ein gewaltiger Fortschritt ist, und sehr viel besser als alles beharren auf dem Status Quo und dem Nichtstun.

Und falls jetzt jemand “Brennstoffzelle” sagt, kann ich nur lachen: Das hatten wir schon im Physikunterricht in der gymnasialen Unterstufe Mitte der 80er erzählt bekommen, dass das die Zukunftstechologie sein, irgendwann sogar mit Hinweis auf “NECAR” von Mercedes.

Software

Und wie im Freakshow-Podcast immer wieder mal erwähnt wurde, ist ein Tesla ja kein Auto mit einem Bordcomputer, sondern genau das Gegenteil: Ein Computer, um den ein Auto herum gebaut wurde. Und eben das finde ich ziemlich cool.

Und diese Updates, die automatisch aus der Ferne auf mein Auto aufgespielt werden empfinde ich als einen riesigen Vorteil gegenüber meinem jetzigen VW Golf.

Aktuell muss ich immer den Golf in die Werkstatt fahren, ihn mehrere Stunden dort lassen, und dann habe ich hoffentlich ein Software-Update drauf. Das ist so antiquiert, dass mir die Tränen kommen. Furchtbar.

Autopilot

Das was Tesla “Autopilot” nennt, also die Assistenzsysteme, die andere Autos erkennen, abbremsen, selber lenken, usw., das halte ich für einen riesigen Gewinn für meine Sicherheit und auch die von anderen Verkehrsteilnehmern.

Wenn ich sehe, wie wenig innovativ hier mein Golf in den letzten Versionen gewachsen ist, freue ich mich noch mehr auf dieses Feature.

Reichweite

Auch wenn es immer wieder heißt, dass einem nach ein paar Wochen die Reichweite überhaupt nicht mehr als Problem erscheint, freue ich mich sehr, dass das Model 3 über 500 km weit kommen soll.

Damit erspare ich mir sogar die Ladestation, die ich eigentlich im Büro geplant habe montieren zu lassen.

Was mich (aus der Ferne) jetzt schon stört

Vermutlich ist in der Praxis das meiste von nachfolgendem schnell vergessen. Trotzdem gibt es Punkte, die mir seltsam vorkommen.

Aus den vielen Videos, die ich zum Model 3 schon angeschaut habe, fallen mir aus der Ferne folgende Dinge auf, die ich komisch finde:

Türgriffe außen

Die seltsamen Türgriffe finde ich furchtbar. Aus meiner Sicht sind Türgriffe eigentlich fertig entwickelt.

So wie in meinem jetzigen Golf haben Türgriffe zu sein. Eine Mulde, ein Griff drüber und fertig.

Warum macht Tesla solche kranken Griffe, die so furchtbar unbedienbar aussehen? In einem Forum hat einer geschrieben, dass seine Mutter Arthritis hat und die Griffe nicht bedienen kann. Seltsam.

Verschluss des Kofferraums vorne

Der vordere Kofferraum (auch “Frunk” von “Front” und “Trunk” genannt), muss so wie eine Motorhaube geschlossen werden.

Also aus einiger Höhe fallen lassen und/oder noch ordentlich herunterdrücken.

Das hätte ich mir ganz anders vorgestellt, nämlich so wie der normale Kofferraum hinten, nämlich ein sanft schließender Mechanismus. Ggf. sogar automatisch.

Gangschaltung als Hebel

Das ist glaube ich etwas US-amerikanisches, dass es keine Gangschaltung in der Mittelkonsole gibt, sondern das am Blinkerhebel integriert ist.

Finde ich furchtbar, aber vermutlich in der Praxis irrelevant.

Türgriffe innen

In Videos habe ich gesehen, dass es keinen Hebel gibt, sondern einen Taster.

Das empfinde ich als umständlich bzw. unintuitiv.

Auf der Fahrerseite gibt es einen Hebel, der aber der Notöffner ist. Leute verwechseln diesen dann mit dem normalen Türgriff.

Kein Apple Car Play

Auch wenn ich verstehe, dass Tesla hier alles selber machen möchte, hätte ich mir schon gewünscht, Apple Car Play zu haben, so wie es in meinem aktuellen Golf auch drin ist.

Zündschlüssel

In meinem jetzigen Golf habe ich “Keyless Go”, also einfach mit Schlüssel in der Hosentasche Türgriff anfassen und öffnen/schließen und so auch direkt losfahren.

Bei Tesla benötigt man sein Handy oder eine Karte im Scheckkartenformat, die man manuell an die B-Säule hält und zum Losfahren in die Mittelkonsole legt.

Originell aber für mich sieht das aus der Ferne umständlich aus.

Kofferraum ohne Fenster

Das ist für mich persönlich doof, weil meine Hündin Jara dann nicht mehr im Kofferraum mitfahren kann.

Wie geht’s weiter?

Ich gehe fest davon aus, dass Februar 2019 als Liefertermin eingehalten wird, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie genau die Lieferung abläuft.

Als nächstes werde ich mir im nächstgelegenen Tesla-Service-Center in Stuttgart die Tesla-Home-Charging-Station für ca. 500 Euro holen, und mir dann vom Elektriker entsprechend montieren lassen.