Wie ist Eure Meinung zur Brennstoffzelle in Autos?

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#1

Es wurde vorgeschlagen, auch Themen zum Thema Brennstoffzelle in Fahrzeugen hier zu diskutieren.

Wie ist Eure Meinung dazu? :+1: oder :-1:?

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#2

Meine persönliche Meinung ist, dass ich die Brennstoffzelle für eine völlig falsche Technologie halte. Ich halte das für komplett gehypt, nur mit dem Zweck zu verschleiern, dass deutsche KFZ-Hersteller die Elektromobilität verschlafen haben.

Ich kann mich noch an meine Schulzeit Ende der 80er bzw. Anfang der 90er erinnern, als uns im Physikunterricht das NECAR-Konzept von Mercedes-Benz als quasi die Rettung der Welt angepriesen wurde.

Es ist umständlich, es gibt keine Infrastruktur, die Produktion des Treibstoffs ist kompliziert. Alles meiner Meinung nach Nachteile. Nur das Auto mit Wasserstoffantrieb erscheint mir noch absurder.

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#3

Hi,
die Brennstoffzelle kann mittlerweile in 2 Richtungen agieren also kann z.B. in einem Auto beim Bremsen gleich wieder Wasserstoff produziert werden. Ein großer Energiespeicher in Form einer Batterie ist sehr schwer und muss mitgeschleppt werden dazu kommt eine schlechte Umweltbilanz. Weder Produktion (2 Metallstäbe ins Wasser halten) noch die Lagerung (gewöhnlicher Drucktank) sind ein Hemmnis aber die derzeit 60% Wirkungsgrad sehe ich als bedenklich. Ich bin aber zuversichtlich, dass hier bessere Werte erzielt werden können so bald eine Massenproduktion beginnt.

Als Infrastruktur zur Betankung kann die normale Tankstelle genutzt werden. Es sollte für jeden Tankstellenbetreiber Pflicht sein Benzin, Erdgas und Wasserstoff vorzuhalten. Dazu eine Stromzapfsäule…

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#4

Klingt interessant. Würde mich freuen, wenn es viel Wettbewerb bei den Energieversorungs-Arten (Strom, Brennstoffzelle, usw.) gibt, dann werden alle mit der Zeit besser werden.

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#5

so sehe ich das auch - das Benzinmonopol muss dringend abgeschafft werden!!..

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#6

Nachdem ich mir den Wikipedia-Eintrag zur Brennstoffzelle mal durchgelesen habe, bin ich ja ziemlich enttäuscht. Neben dem von @BILDFLUG.de erwähnten schlechten Wirkungsgrad ist ja primär die komplette fehlende Ladeinfrastruktur das fehlende Glied in der Kette, der das komplett unrealistisch macht.

Dazu passt auch dieser Tweet, indem sogar jemand von Daimler der Brennstoffzelle (in diesem Fall in LKW) keine Chancen einräumt:

Da war wohl der Zensor gerade pinkeln; die offizielle Linie von Daimler klingt doch normalerweise ganz anders.

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#7

Wasserstoff ist aus meiner Sicht für den mobilen Transport in PKW ungeeignet.

Ich habe das schon 2016 als Blog zusammen gefasst:
https://www.motor-talk.de/blogs/kaju74/2016-04-19-brennstoffzelle-und-h2-tankstellen-t5665627.html

Und die Augen hat mir folgendes Video geöffnet und die Texte dazu:

Vorteile des Brennstoffzellenantriebs:

  • Arbeitsplätze bleiben erhalten:
  • Die Technik ist aufwendig. Werkstätten und Tankstellen werden weiterhin benötigt

Wirtschaftliches Desaster für den Standort Deutschland:
Die sehr einfache Konstruktion eines Elektromotors ist extrem wartungsarm und kommt ohne viele Teile aus.
Hersteller, Werkstätten, Zulieferer und Tankstellen wären massiv betroffen.
Was der Kunde an Werkstattaufenthalten spart, muss er im Anschluss wieder drauflegen, um die Arbeitslosen mitzufinanzieren.

Danach war mir klar, dass die FCEV nur dafür sind:

  1. Die Folgekosten hoch zu halten.
  2. Die Energie (den Wasserstoff) kann man einfach besteuern.
  3. Doppelte Technik, also ein BEV plus Brennstoffzelle, Plus Tank usw…
  4. Dadurch viel Platzverschwendung.
  5. Tankstellen sind extrem teuer, energieintensiv im Betrieb und groß.

@Blindflug.de Kannst du einen Link posten zu der Brennstoffzelle, die Wasserstoff beim Bremsen herstellen kann?
Denn das klingt für mich nach einem Hirngespinst.

Dann noch:
https://www.handelsblatt.com/technik/projekt-zukunft/mobilitaet-der-zukunft-wasserstoff-ist-auch-keine-loesung/11232290-4.html
und:

Das reicht erst mal, oder? :stuck_out_tongue_winking_eye:

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#8

Sehr ausführlich, Karsten, allerdings :smile: Gefällt mir gut, auch weil mit vielen Beispielen/Referenzen belegt.

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#9

Bei schiffen und vielleicht LKW`s spricht nicht viel gegen eine Brennstoffzelle, aber im PKW ist sie nicht geeignet.

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#10

Finde dazu folgendes Schaubild immer recht interessant:

Die Effizienz fehlt einfach komplett. Der Energieaufwand ist viel zu hoch. Zusätzlich muss weiterhin “getankt” werden statt das Auto einfach zu Hause einzustecken.
Mal davon abgesehen, dass die Infrastruktur deutlich schlechter ist als die stetig wachsende Zahl an Stromtankstellen.

Der einzige Vorteil ist die deutlich höhere Energiedichte der Brennstoffzelle, aber bei der Reichweite, die ein Tesla aktuell bietet sollte das nur in Ausnahmesituationen ein KO Kriterium sein (LKWs, etc.).

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#11

Elon Musk hat wohl schon 2014 seine Ablehnung dazu kund getan:

Zitat (übersetzt):

“Sie sind umwerfend dumm. Du kannst nicht einmal eine vernünftige Debatte führen. Betrachten Sie das gesamte Brennstoffzellensystem im Vergleich zu einem Modell S. Es ist viel schlechter in Bezug auf Volumen und Masse und weit, weit, viel schlechter in den Kosten. Und ich habe noch nicht einmal darüber gesprochen, dass Wasserstoff so schwer zu handhaben ist. Erfolg ist einfach nicht möglich. Hersteller tun es [FCEVs], weil sie unter Druck stehen, zu zeigen, dass sie etwas “Konstruktives” für die Nachhaltigkeit tun. Sie denken, dass es besser ist, an einer Lösung zu arbeiten, die eine Generation entfernt ist, als an etwas, das gleich um die Ecke liegt. Wasserstoff wird immer als der Kraftstoff der Zukunft bezeichnet - und wird es immer sein”, sagte Musk.

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#12

Hi KaJu74,

Blindflüge mit Hirngespinsten sind meine Spezialität aber statt andere zu beleidigen bitte erstmal schlau machen (schlau bist ja sicherlich aber nicht auf dem neuesten Stand!!). Das Hirngespinst nennt sich “Reversible Brennstoffzelle” https://de.wikipedia.org/wiki/Reversible_Brennstoffzelle

Hiermit wären wir in der Lage auch Bremsenergie etc. wieder in den Kreislauf zurückzuleiten und nicht in Form von Hitze über die Bremsscheiben zu verschwenden.

Wen noch Fragen hast meld dich einfach aber bitte bleib fair und freundlich!!

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#13

Also speichert er irgendwo Wasser, damit er aus Wasser wieder Wasserstoff und Sauerstoff machen kann?

Gibt es so was schon in Großserie?
Wie groß sind die?
Welche Leistungsklassen?
Wie ist die Preisklasse? Denn Ein Wasserstofferzeugungsgerät ist leider so teuer, dass es sich aktuell nicht lohnt, das für meine Brennstoffzelle zu installieren und die hat nur 1,5kW.

Was ändert das an den “Herstellungskosten” von Wasserstoff?

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#14

Hi,
das größte Problem am Wasserstoff ist die Energiedichte (im Vergleich zum Benzin). Weiteres Problem ist der hohe Lagerdruck der abschreckt (knapp 700bar?!?). die teuren Preise gehen sicherlich runter wenn so was mal in Serie produziert wird. Auch die Effizienz wird steigen etc. aber so lange das niemand kauft wird auch der Bedarf mit 0 gerechnet. EMobile werden erst forciert seit die Kunden (wir) das nachgefragt haben. Die nächsten Jahre werden wohl Akkus den Markt beherrschen so lange bis ein besserer Energiespeicher zur Verfügung steht. EMotor ist klar aber die Frage wo der Strom herkommt ist offen… wie wäre es mit Stromschienen auf der Autobahn? Für Kurzstrecke ein Akku und wenn es auf die Autobahn geht wird das Auto beim Fahren geladen… Richtung Frankfurt gibt es schon eine Teststrecke für solche Scherze…

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#15
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#16

Und die Physik lässt sich nicht überlisten.

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#17

Für mich persönlich glaube ich, dass der Groschen gefallen ist, als ich den Wikipedia-Artikel über die Brennstoffzelle gelesen habe.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das das “Greenwashing” der Automobil-Branche ist, um stets, seit fucking 30+ Jahren, sagen zu können:

Lasst uns weiter schmutzige, profitable, Verbrennerautos verkaufen, wir haben ja bald die Brennstoffzelle.

Ich gehe fest davon aus, dass sich daran auch in den nächsten 30 Jahren nichts ändern wird. Außer halt, dass die Automobilhersteller, die so etwas machen, dann inzwischen hoffentlich pleite sind.

Sofern sie sich nicht auch EU-weit ein eigenes “Leistungsschutzrecht” herbei-lobbyieren konnten.

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#18
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#19

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#20
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